Publikum des Denkfrühstücks im Domcafe Linz
Aus der Welt der Werbung, Denkfrühstück

DENKFRÜHSTÜCK - Klarheit vor KI

NICHT DIE BESTE KI GEWINNT. SONDERN DIE KLARSTE MARKE!“

Beim Denkfrühstück am 19. März blitzt nicht nur die Frühlingssonne durch das Domcafé vor dem Neuen Dom in Linz. Matthias Leichtfried, Germanist, Philosoph und Psychologe sorgt mit seinen Impulsen für nachhaltige, starke Gedankenblitze im Publikum. Seine Kernfrage: Wie verändert Künstliche Intelligenz die (Marken)Kommunikation?

Dazu rollt Leichtfried das Thema mit einer These, Antithese und Synthese auf.

THESE: „KI VERSCHLEIERT DAS WESENTLICHE“

Leichtfrieds Intro hat es in sich: Ist KI gar kein Instrument, um Kommunikation zu verbessern oder zu erleichtern?

Unbestritten ist: KI verändert die Kommunikation radikal. Texte, Bilder, Videos und Kampagnen entstehen mit nur einem Prompt in kürzester Zeit. Professionelle Anmutung ist plötzlich kein Differenzierungsmerkmal mehr. Die Folge: Content wird zur Massenware.

Doch was viele unterschätzen: Mehr Output bedeutet nicht mehr Wirkung. Im Gegenteil: Je mehr produziert wird, desto größer wird die Beliebigkeit. Leichtfried spricht von der „Zerfaserung“ von Content durch die KI. „Generative KI produziert die Variation der Variation der Variation. Und genau das verschärft den Kampf um Aufmerksamkeit weiter.“

© Eric Krügl

© Eric Krügl

REIZÜBERFLUTUNG & KAMPF UM AUFMERKSAMKEIT

Die zentrale Frage lautet daher heute nicht mehr: Was können wir alles produzieren? Sondern mehr denn je: Was bleibt überhaupt bei der Zielgruppe hängen?

Leichtfried bringt es auf den Punkt: Gerade weil KI unendlich viele Varianten erzeugen kann, wird das, was nicht variabel ist, zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Oder pointiert gesagt: Wenn Variation billig wird, wird das Wesentliche wertvoll. In Marketingsprech: Marken brauchen einen klaren Kern.

ANTITHESE: „GENERATIVE KI ERMÖGLICHT ES ERST, ZUM WESENTLICHEN ZU FÜHREN.“

Matthias Leichtfried rückt in seinen Impulsen die Large Language Models in den Mittelpunkt. Diese KI-Modelle hätten mittlerweile eine enorme Komplexität und Leistungsstärke erreicht. Manche Expertinnen und Experten sprechen nicht mehr von Systemen, sondern von Kreaturen mit einer Vorform von Bewusstsein.

Diese technologische Entwicklung bietet ganz neue Möglichkeiten: Generative KI kann Wahrhaftigkeiten, also das Wesentliche herausarbeiten. Und das hat einen enormen Wert.

Zugespitzt ausgedrückt: Wenn die Variation billig wird, wird invariant, also das, was sich nicht ändert, strategisch interessant.“

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ist Leichtfried überzeugt.

KI RICHTIG NUTZEN: ZUR „SCHÄRFUNG“, NICHT ALS „CONTENTSCHLEUDER“

Künstliche Intelligenz ist ohne Zweifel ein mächtiges Werkzeug für Ideen, für Geschwindigkeit. Aber sie ersetzt nicht das, was erfolgreiche Kommunikation ausmacht: Positionierung, Haltung und Urteilskraft.

Daraus formuliert Matthias Leichtfried seine Synthese: Er sieht den größten Hebel der KI nicht in der Massenproduktion von Content, sondern in der Anwendung als Analyse- und Testsystem: „Was bleibt konstant, egal wie oft ich die Botschaft variiere? Egal, welchen Channel ich benütze?“

Gerade in einer Welt voller automatisierter Inhalte steige der Wert von Authentizität, Klarheit und echter Differenzierung.

Statt mehr Content zu produzieren, sollten Unternehmen daher ihren Markenkern schärfen und KI gezielt zur Reflexion einsetzen. Es geht darum, auf Wiedererkennbarkeit statt Masse zu setzen und Kommunikation noch mehr als bisher konsequent auf Wirkung auszurichten.

Fachgruppenobmann Christoph Schumacher

„Die Zukunft gehört nicht den Lautesten, sondern jenen, die auch in tausend Varianten noch klar erkennbar sind. Marketing und Werbung müssen nicht generativ, sondern unique arbeiten. Das ist unsere Aufgabe! Und das macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus.“

ist Christoph Schumacher überzeugt

Obmann der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation

GEDANKEN-BLITZLICHTER DES DENKFRÜHSTÜCKS

Evelyn Senfter im Porträt mit lila Schal

„Für mich ist KI kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug – und das funktioniert nur so gut, wie es der Mensch nützt. Entscheidend ist nicht die Technologie, sondern unser Denken: Je breiter unser Wissen und je besser unsere Fragen, desto größer der Nutzen. Die eigentliche Leistung bleibt menschlich. Aus Information wird erst durch uns eine verwertbare Essenz. Das hat das heutige Denkfrühstück finde ich sehr gut verdeutlicht.

Evelyn Senfter
Grafik, Fotografie & Raumgestaltung

Johannes Franke im Porträt in olivgrünem Hemd

„KI wird oftmals mit Skepsis begegnet. Die Diskussion beim heutigen Denkfrühstück hatte Tiefgang. Und sie hat gezeigt, wie viel Substanz und Chancen KI gerade auch für Marketing und Kreativleistungen bereithält. KI ist längst alltägliche Realität. Und wie so oft liegt die Wahrheit nicht im Hype und nicht in der Angst, sondern genau dazwischen.“

Johannes Franke
Elephants 5

Sylvie Gartner im Porträt mit dunkelblauem Kapuzenpulli

„Ich beschäftige mich intensiv mit KI, das heutige Denkfrühstück war daher für mich ein Muss. Für mich ist KI ein starkes Tool, ein Impulsgeber für Qualität, aber sicher kein Entscheider. Wie wir mit KI umgehen, liegt in unserer Verantwortung: Wir müssen einordnen, ehrliche Beziehungen gestalten und klar kommunizieren – als Menschen, nicht als Getriebene der Technologie.“

Sylvie Gartner
Profisprecherin

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