Caesar

Zwischen Objekt und Begierde: Die CAESAR-Statuetten 2026 entstehen an der Kunstuni Linz

Ein Kommunikationspreis zeichnet Ideen aus, die etwas bewegen. Beim CAESAR 2026 wird auch die Auszeichnung selbst zum Ergebnis einer besonderen Idee: Die neuen CAESAR-Statuetten entstehen gemeinsam mit der Kunstuniversität Linz und verbinden Gestaltung, Technologie, Handwerk und Kommunikationswirtschaft in einem Objekt.

„Perfektion wird heutzutage austauschbar – Charakter nicht. Wir übersetzen ein jahrtausendealtes Material mit innovativen Prozessen in eine leichte, origami-inspirierte Form“

Wenn aus einem Prototyp ein Preis wird

Entwickeln, experimentieren, Materialien erproben, Herstellungsverfahren neu denken: An der Kunstuniversität Linz gehört das zum Alltag. Oft steht am Ende dieses Prozesses ein Prototyp. Beim CAESAR 2026 geht die Zusammenarbeit einen entscheidenden Schritt weiter. Aus dem Experiment wird ein reales Produkt – und aus dem Prototyp eine Auszeichnung, die am 14. Oktober im Posthof Linz tatsächlich an die Preisträger übergeben wird.

Gefertigt werden insgesamt 90 Statuetten aus Keramik im 3D-Druck. Damit trifft ein jahrtausendealter Werkstoff auf eine digitale Produktionsmethode. Die origami-inspirierte Form wird Schicht für Schicht aufgebaut – und das Material darf dabei durchaus seinen eigenen Charakter zeigen.

„Perfektion wird heutzutage austauschbar – Charakter nicht. Wir übersetzen ein jahrtausendealtes Material mit innovativen Prozessen in eine leichte, origami-inspirierte Form. Clay hat seinen eigenen Willen: So sind 90 Statuetten entstanden, bei denen kein Stück dem anderen exakt gleicht. Jede prämierte Arbeit hat ihre eigene Identität“, erklärt Kunstuni-Student Florian Huber.

Genau diese Individualität ist Teil des Konzepts. Nicht die industrielle Gleichförmigkeit steht im Mittelpunkt, sondern der Entstehungsprozess selbst.

Kunstuni-Studentin Carina Vögele: „In einer zunehmend digitalen Welt wird die bewusste Auseinandersetzung mit Material, Form und Herstellungsprozess umso bedeutender. Der Entstehungsprozess wird dabei selbst Teil des Designs und hinterlässt in jedem Preis einen individuellen Fingerabdruck. So wird jedes Stück zum Unikat – mit einer eigenen Identität, die den individuellen Charakter des ausgezeichneten Projekts widerspiegelt.“

Aus Daten wird damit Form, aus Keramik eine Auszeichnung und aus einem universitären Projekt ein Objekt, das seinen Platz in der oberösterreichischen Kreativ- und Kommunikationsbranche findet.

„Die Statuetten – handgefertigte Einzelstücke aus Keramik-3D-Druck – stehen sinnbildlich dafür, dass Erfolg seinen Ursprung in einzigartigen Ideen hat.“

Eine starke Achse zwischen Kunst und Kommunikation

Spannend ist dabei nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die Verbindung, die dahinter entsteht.

Auf der einen Seite steht die Kunstuniversität Linz als Ort für Gestaltung, Forschung, Experimente und neue Zugänge. Univ.-Prof. Mario Zeppetzauer, Leiter der Studienrichtung Industrial Design, sieht darin auch eine Parallele zu den Arbeiten, die beim CAESAR ausgezeichnet werden:

„Am Beginn preisgekrönter Projekte stehen immer ein innovatives Umfeld und kreative Menschen mit einzigartigen Ideen. In der Studienrichtung Industrial Design treffen junge Talente auf innovative Gestaltung und gesellschaftliche Relevanz. Die Statuetten – handgefertigte Einzelstücke aus Keramik-3D-Druck – stehen sinnbildlich dafür, dass Erfolg seinen Ursprung in einzigartigen Ideen hat.“

Auf der anderen Seite steht die oberösterreichische Kommunikationswirtschaft mit ihren Agenturen, EPU sowie Kommunikations- und Werbeprofis. Für Fachgruppenobmann Christoph Schumacher liegt genau in dieser Verbindung großes Potenzial: „Für uns ist es zentral, die vielen Schätze und kreativen Köpfe an der Kunstuni zu sehen und sichtbar zu machen, eine Verbindung zu diesem Ökosystem zu schaffen, von der wir alle nachhaltig profitieren.“

Es entsteht eine Achse, auf der Wissen, Ideen und Perspektiven in beide Richtungen fließen können. Genau solche Verbindungen brauchen kreative Branchen: Räume, in denen Ausbildung und Praxis nicht nebeneinander existieren, sondern miteinander arbeiten. In denen Studierende ihre Ideen und Kompetenzen in reale Projekte einbringen und gleichzeitig Unternehmen und Kreativschaffende mit neuen gestalterischen und technologischen Zugängen in Berührung kommen.

Dabei geht es nicht um makellose Perfektion. Es geht um den Prozess, um das Ausprobieren und um die Entwicklungsmöglichkeiten, die daraus entstehen.

Dass die CAESAR-Statuetten immer wieder neu interpretiert werden, hat dabei bereits Tradition. Timo Nau, Prozessbegleiter und Schöpfer der CAESAR-Statuetten 2022 und 2024, begleitet auch die diesjährige Weiterentwicklung:

„Die CAESAR-Statuetten immer wieder neu zu denken und mit aktuellen Produktionstechnologien umzusetzen, greift den Innovationsgeist der Branche auf. Zugleich verkörpern sie die wichtige Symbiose zwischen Kreativbranche und Industrie, in der kreative Ideen und industrielle Fertigung gemeinsam neue Möglichkeiten schaffen.“

Zwischen Disziplinen. Ganz im Sinne des CAESAR 2026.

Dass die neue Statuette genau auf diese Weise entsteht, passt zum CAESAR 2026. Unter dem Motto ZWISCHEN FÜR UND ALLE verabschiedet sich der Kommunikationspreis erstmals von klassischen Einreichkategorien. Im Mittelpunkt stehen nicht Schubladen, sondern die Idee, die Qualität, Relevanz und Wirkung einer Arbeit.

Und auch die Statuette selbst bewegt sich zwischen vermeintlich klaren Grenzen.

„Auch die neue Statuette bewegt sich zwischen vermeintlich klaren Grenzen: zwischen Kunst und Wirtschaft, digitaler Technologie und traditionellem Werkstoff, Studium und Praxis, Experiment und Produktion“, so Fachgruppengeschäftsführer Thomas Oberngruber.

Vielleicht ist genau das die schönste Verbindung zum CAESAR 2026: Ausgezeichnet werden Arbeiten, die zeigen, was möglich wird, wenn unterschiedliche Kompetenzen zusammenspielen. Genau auf diese Weise entstehen heuer auch die Trophäen für die Gewinner.

Am 14. Oktober 2026 werden die neuen CAESAR-Statuetten im Posthof Linz übergeben. Dann wird aus der Zusammenarbeit zwischen Kunstuniversität und Kommunikationsbranche etwas, das bleibt – in den Händen jener, deren Arbeiten die Jury mit Gold, Silber oder Bronze auszeichnet.